Die eigene Praxis und Deutsche Vorschriften

Eigentlich scheint es doch recht einfach: Als Psychologischer Berater meldet man ein Gewerbe an und nutzt vielleicht einen separaten Raum in der eigenen Wohnung oder die Einliegerwohnung des Eigenheims. Und als Heilpraktiker macht man das fast das Gleiche, nur eben aus der Position des Freiberuflers.

Das ist viel zu einfach gedacht. Selbst wenn man die für naturheilkundlich / körperlich arbeitenden Heilpraktikern die räumlichen Bedingungen für die Hygiene-Vorschriften hier mal außen vor lassen würde, bleiben unglaublich viele Vorschriften zu berücksichtigen, die auf Landesbauordnung, Gewerbeordnung, Arbeitsstättenrichtlinie, Berufsgenossenschaftliche Vorgaben usw. beruhen:

Warum ist eine Praxis in den eigenen Wohnräumen problematisch?

Zunächst ist zu klären, ob die Tätigkeit überhaupt in einer Wohnung ausgeübt werden darf. Denn viele Wohnungsmietverträge verbieten eine Gewerbeausübung oder eine freiberufliche Nutzung in der Wohnung. Hintergrund ist dabei, dass der Vermieter keinen Ärger mit dem Bauordnungsamt haben will. Denn bei gewerblicher Nutzung von Wohnraum liegt eine genehmigungspflichtige Umnutzung vor. Diese kann meist nicht erteilt werden, weil Wohnraum nicht so einfach in Gewerberaum oder eine Praxis gewandelt werden kann.

Zudem entsteht bei der Nutzung der eigenen Wohnung als Praxis ein Abgrenzungsproblem für die Klienten. Oft empfinden sie das Betreten der Räume als „Eindringen in die Privatsphäre” des Beraters oder Heilpraktikers und sie fühlen sich unwohl dabei. — Wenn dann auch noch Geräusche aus dem angrenzenden Haushalt oder Kinderstimmen aus intensivem Spiel in die laufenden Beratungsgespräche oder Behandlungen dringen, ist ein seriöses Arbeiten unmöglich.

Dass es hier massive Abgrenzungs- und Hygieneprobleme gibt, braucht wohl nicht heraus gestellt zu werden: Ein Privat-WC oder Badezimmer mit WC ist nun mal privat.

Lage der Praxisräume: Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbegebiet?

Angenommen, die Genehmigung zur gewerblichen Nutzung oder zur Nutzung als Praxis könnte erteilt werden, weil z.B. die Wohnung in einem Mischgebiet (Wohnungen und nicht-störende Gewerbe sind zulässig) liegt, oder weil die separat angemieteten Räume von der Lage (Mischgebiet oder Gewerbegebiet) her nutzungsrechtlich genehmigungsfähig sind, dann muss für die beabsichtigte Nutzung dennoch immer ein Bauantrag gestellt werden (ausgenommen, die Räume wären zuvor bereits als Arzt- oder Heilpraxis genutzt und genehmigt gewesen; dann gilt ein Bestandsschutz).

Die Lage der Praxis ist allerdings aus Gründen des Marketing außerordentlich wichtig:

Befinden sich die Praxisräume z.B. aus Gründen der Kostenminimierung am Stadtrand, wird man relativ viel Geld für die Werbekommunikation aufwenden müssen, damit die Angebote überhaupt wahrgenommen werden und somit nachgefragt werden können.
Befinden sich die Praxisräume dagegen eher in relativ guter Lauflage der Innenstadt, liegt die Miete wesentlich höher. Zudem sind die Auflagen durch das Bauordnungsamt meist wesentlich weit gehender und weniger leicht erfüllbar, als in Stadtrandlage. Dafür wird die Praxis leichter von potenziellen Kunden / Klienten wahrgenommen, wodurch im günstigsten Fall die Aufwendungen für die Werbekommunikation deutlich sinken.

Man kann aber auch emotional argumentieren, dass eine unauffällig gelegene Praxis für die Besucher die Schwamschwelle senkt, die Praxis aufzusuchen, weil der Besucher weniger leicht von Passanten „dabei ertappt wird”, wie er psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nimmt.

berufsrechtliche und berufs-ethische Vorgaben

Aus berufsrechtlichen und berufs-ethischen Gründen müssen die Räume bestimmte Mindest-Standards erfüllen, die in diesem Umfang nicht in der Bauordnung oder der Arbeitsstättenrichtlinie beschrieben werden:
So müssen die Räume eines Heilpraktikers aus Gründen der Hygiene mindestens 2 WCs (Besucher und Mitarbeiter separat) haben. Im Alltag sehe ich aber z.B. hier in Rottweil zahlreiche Arztpraxen, in denen generell nur ein einziges WC vorhanden ist! Es gibt also sehr wohl eine Grauzone der Duldung.
Bei somatisch arbeitenden Heilpraktikern muss der Raum, in dem behandelt und evtl. mit infektiösem Material hantiert wird, getrennt von anderen Räumen und von der Ausstattung her leicht desinfizierbar sein (z.B. kein Teppichboden, keine Teppiche usw.).
Zudem hatte ich oben bereits auf die erforderliche Trennung der Privatsphäre von der Berufssphäre hingewiesen. In einem Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung oder einem Zweifamilienhaus mit separatem Eingang wäre eine Praxis hingegen möglich, sofern dem keine baurechtlichen Vorgaben entgegen stehen.

Jenseits der behördlichen Vorschriften möchte ich noch auf zwei Punkte aufmerksam machen: den Schallschutz und den Sichtschutz
Bei der Ausgestaltung von Wänden (insbesondere Leichtbauwänden) und der Ausführung der Türen und Fenster ist auf ausgezeichneten Schallschutz und Schalldämmung zu achten, damit eine vertrauensvolle geschützte Atmosphäre entsteht und niemand Sorge haben muss, dass vertrauliche Dinge nach draußen dringen. Prüfen Sie die Schalldämmung, indem Sie im Therapie- oder Gruppenraum ein Radio aufstellen und in größerer Lautstärke einen Sprecher vortragen lassen und feststellen, wie viel davon noch draußen verständlich ist.

Bei den Fenstern ist für angemessenen Sichtschutz zu sorgen. Kontrollieren Sie die Möglichkeit, im Raum Personen zu erkennen, indem Sie sowohl bei Tageslicht als auch bei Nacht bei eingeschalteter Raumbeleuchtung von außen in den Therapieraum oder Gruppenraum hinein blicken.

die rechtlichen Vorgaben

Diese Vorgaben bestehen aus der Landesbauordnung (LBO) sowie der Arbeitsstättenrichtlinie, wobei sich beide je nach Bundesland geringfügig unterscheiden können, da es sich um Landesrecht handelt. Zusätzlich greifen landesrechtliche und zusätzlich ergänzende kommunale Verordnungen wie z.B. die Stellplatzverordnung, die Stellplatz-Abgabeverordnung usw.

Zur möglichen Lage einer Praxis in den verschiedenen Nutzungsbereichen einer Kommune hatte ich oben bereits hingewiesen. In der Regel kann eine Praxis nur in einem Mischgebiet oder einem Gewerbegebiet betrieben werden.

Falls in den für die Praxis vorgesehen Räumen zuvor eine andere Nutzungsart vorlag, muss ein Antrag zur Umnutzung gestellt werden. Dies erfolgt immer durch einen Bauantrag, auch wenn nicht wirklich „gebaut” wird. Problematisch ist diese Umnutzung deshalb, weil viele Vermieter den bürokratischen Aufwand scheuen und weil bei einer Umnutzung immer die neuesten rechtlichen Auflagen erfüllt werden müssen und ein eventuell vorhandener Bestandsschutz für eine bisherige Nutzungsart wegfällt. Manche Räumlichkeiten erfüllen diese Auflagen nur zum Teil und müssen aufwendig umgebaut werden.

Bleibt jedoch die Nutzungsart gleich, so gilt ein Bestandsschutz gemäß LBO § 76: Eine bisher als Arztpraxis genutzte Immobilie kann also aufgrund des Bestandsschutzes auch weiterhin als Praxis (auch Heilpraxis) genutzt werden, obwohl z.B. kein behindertengerechter Zugang und kein zweites oder drittes WC vorhanden ist. Jedoch sagt die Landesbauordnung, dass die neuen Vorschriften bei existierendem Bestandsschutz auch dann angewendet werden müssen, wenn sonst die Gesundheit oder das Leben von Menschen gefährdet wäre. Die Einschätzung, ob eine solche Gefährdung vorliegt, obliegt den zuständigen Bauämtern. So wird z.B. das Vorhandensein des zweiten Fluchtwegs oft als zwingend und unverzichtbar angesehen.

Auf den Bestandsschutz gemäß LBO § 76 kann sich ein Praxisbetreiber jedoch nicht berufen, wenn es um die Vorgaben des Gesundheitsamts oder der Berufsgenossenschaft geht. Demnach kann das Bauamt durchaus die Genehmigung erteilen, das Gesundheitsamt oder die BG jedoch ihre Genehmigung von der Erfüllung weiterer Auflagen abhängig machen, wie z.B. betr. WCs, Deckenhöhe, Hygiene usw.

Ferner sind gemäß der Stellplatzverordnung innerhalb der LBO Parkplätze vorzusehen. In Baden-Württemberg gilt z.B., dass bei Praxen je 30m² Nutzfläche ein Stellplatz vorhanden sein muss, mindestens jedoch 3 Stück. Bei der Berechnung der Nutzfläche werden jedoch Sozial-, Sanitär-, Geräte-/ Funktionsräume, Kantinen, Ausstellungs- und Lagerflächen nicht mitgerechnet. Und wenn eine sehr gute Anbindung der Praxis an den Öffentlichen Nahverkehr gegeben ist, können die Stellplätze auf 30% der sonst geforderten Zahl abgesenkt werden.
Wer die geforderten Stellplätze nicht nachweisen kann, ist verpflichtet, je fehlendem Stellplatz eine Stellplatz-Ablöse zu bezahlen. Hier in Rottweil liegt die bei 7.500 Euro! Manch eine Praxisgründung kann bereits hieran scheitern!

Der neueste Trend ist die Fahrradabstellplatz-Satzung, die manche Städte erlassen, wie hier z.B. München. Grundsätzlich kann jede Gemeinde innerhalb eines durch LBO § 74 vorgegebebenen Rahmens abweichende oder ergänzende Vorschriften erlassen.

Schlussfolgerung: Grundsätzlich sollte ein Praxisgründer erst dann einen Mietvertrag abschließen, wenn zuvor eine Anfrage incl. Grundriss und Tätigkeitsbeschreibung an alle zuständigen Ämter und Behörden gerichtet und mit hinreichender Aussagekraft verbindlich beantwortet worden ist!

die rechtlichen Vorgaben zur Beschaffenheit der Räume

Die wichtigste Vorgabe ist der Brandschutz! Jede Praxis muss demnach zwei getrennte Fluchtwege (mit Mindestbreite und Mindesthöhe) aufweisen und es darf keine „gefangenen Räume” geben (ein Raum, der nur durch einen anderen Raum zugänglich ist). — Liegen die Praxisräume jedoch z.B. in einem Bürogebäude, in dem das Treppenhaus und die Treppen gesondert als Fluchtweg gesichert sind, so gelten als „zweiter Fluchtweg” die Fenster der Praxisräume, durch die die Feuerwehr per Drehleiter usw. eine Personenbergung im Brandfall vornehmen kann.

Ein konkretes Beispiel: Ich hatte in Rottweil geeignete Ergeschoss-Räume in Aussicht, deren Eingang direkt in den Hauseingang des Hauses führten, welcher ohne weitere Tür auf die Straße ging. Hinter dem ersten Raum lag ein zweiter, größerer Raum, der als Gruppenraum geeignet gewesen wäre.
Diese Räume waren aus Brandschutzgründen nicht genehmigungsfähig, weil für den hinteren Raum der zweite Fluchtweg fehlte und auch nicht durch geeignet große Fenster nebst einer dahinter liegenden Feuergasse (die fehlte auch) ersetzt werden konnte.
Der Vermieter sagte, die Vorschriften lägen wie ein Fluch auf ihm als Hausbesitzer und die Räume stünden nun schon seit mehreren Jahren leer.

Sonderregelungen sind gemäß Bestandsschutz (LBO § 76) denkbar, müssen aber von Fall zu Fall per Ortsbegehung von Bauamt und Brandmeister entschieden werden.
Manch eine Praxisgründung in einem äußerst attraktiven historischen Gebäude scheitert an diesem Punkt, weil ein zweiter Fluchtweg aus Gründen des Denkmalschutz oder aus bau-statischen Gründen oder wegen eines ungeeigneten Gesamt-Grundriss nicht eingerichtet werden kann.

Weitere Vorgaben ergeben sich aus der Arbeitsstättenrichtlinie und den Vorgaben der Berufsgenossenschaft:

Grundsätzlich müssen Praxisräume einen behindertengerechten Zugang aufweisen. Nur wenn die Einrichtung eines solchen Zugangs bei bereits in Nutzung befindlichen Räumen zu einer übergroßen Härte (z.B. durch unwirtschaftlich hohem Aufwand) führt, kann von dieser Vorgabe abgesehen werden. Bei neu entstehenden Praxen wird in der Regel der behindertengerechte Zugang gefordert. Und wenn er nicht geschaffen werden kann, wird oftmals auf die Möglichkeit verwiesen, eine andere Immmobilie auszuwählen. — Verschärft wird diese Vorgabe dadurch, dass auch der zweite Fluchtweg behindertengerecht ausgelegt sein muss (ausgenommen bei Praxen in Bürogeäuden, wie oben beschrieben).

Bei der körperlichen Behandlung von Menschen und dem Hantieren mit potenziell infektiösem Material sind separate WCs für Besucher und Mitarbeiter vorgeschrieben. Jedes WC erfordert einen durch eine Tür geschlossenen Vorraum mit Waschgelegenheit, wobei das Besucher-WC wiederum behindertengerecht ausgestaltet sein muss, falls die Auflage erfolgt ist, dass die Praxis behindertengerecht ausgestattet sein muss.

Halten sich jedoch regelmäßig mehr als 3 Mitarbeiter oder 5 Besucher zugleich in der Praxis auf, so sind geschlechtergetrennte Besucher-WCs plus ein behindertengerechtes WC und eines für die Mitarbeiter erforderlich. Falls sich die WCs in fensterlosen Räumen befinden, ist für eine angemessen Belüftungsanlage zu sorgen, welche in den Arbeitsstättenrichtlinien definiert ist.

Wenn in der Praxis auch Gruppentherapie oder Gymnastik in Gruppen angeboten wird, ist je 5 bis 10 Besucher jeweils eine geschlechtergetrennte WC-Kabine vorgeschrieben. Bei noch mehr Teilnehmern / Besuchern sind je zwei WC-Kabinen erforderlich plus mindestens ein WC für Mitarbeiter.
Bitte beachten Sie: Bei Heilberufs-Praxen können die Gesundheitsämter weiter gehende Vorgaben zur Anzahl der WCs und andere Auflagen erlassen.

Die Raumhöhe sollte 2,30 Meter nie unterschreiten. Als üblich sind 2,50 Meter anzusehen. Diese Raumhöhe wird allerdings jeder Praxisinhaber bevorzugen, weil die Raumwirkung wesentlich für das Image und für den Wohlfühlfaktor der Praxis sind.

Fensterlose Räume sind möglichst zu vermeiden, sind aber zulässig. In diesem Fall ist für eine zuverlässige Beleuchtung, auch bei Stromausfall zu sorgen (Notstrombeleuchtung), sowie für eine Belüftungsanlage, für die weitere Vorschriften gelten.

Falls bei Stromausfall die Räume und Zuwege, insbesondere die Fluchtwege unbeleuchtet sind, ist eine batterigespeiste Notbeleuchtung mit Fluchtweg-Hinweisen erforderlich.

Bitte beachten Sie: Diese Auflistung von Vorschriften stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt zudem keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Fehlerfreiheit!

wie viele Quadratmeter braucht die Heilpraxis?

Bei den somatisch arbeitenden Heilpraktikern ist der Flächenbedarf sicher wesentlich größer, weil die Hygienevorschriften dies ggfs. so vorgeben und evtl. zwei Behandlungsräume erforderlich sind. Ich rechne mal ein Beispiel für eine Praxis für Psychotherapie in Einzelgesprächen durch:

  • Benötigt wird ein Empfang / Windfang mit Garderobe und Schmutzfänger am Fußboden, damit die eigentlichen Behandlungsräume sauber bleiben. Dies gilt ganz besonders, wenn z.B. Entspannungsübungen auf dem Boden / Iso-Matte durchgeführt werden oder aus energetischen Gründen barfuß gearbeitet werden soll (dann bitte nie mit Teppichboden!!!). Für diesen Eingangsbereich sind demnach rund 6m² anzurechnen.
  • Es wird ein Behandler-WC und ein (ggfs. auch behindertengerechtes) Besucher-WC benötigt, wobei beide separate Vorräume mit Waschgelegenheiten haben müssen. Macht zusammen rund 10m².
  • Damit der Therapeut sich in Pausen erfrischen kann und ggfs. auch dem Klient mal ein Glas Wasser oder auch Kaffee reichen kann, ist eine kleine Teeküche erforderlich. Die kann auch in einem Schrank eingebaut sein (=teuer, aber platzsparend). Macht ca. 3m² bis 5m².
  • Der Therapeut muss in den Pausen zwischen den Sitzungen die Dokumentation schreiben. Also ist ein kleiner Schreibtisch mit Laptop, Drucker, Telefon, Router usw. und Bürodrehsessel erforderlich. Diese Ausstattung kann evtl. sogar im Gesprächszimmer stehen und benötigt ca. 5m² bis 6m², damit noch genügend Abstand zur Gesprächszone bleibt.
  • Als Gesprächszone sind nach meiner Erfahrung mindestens 12m² bis 14m² erforderlich, je nachdem welche Arbeitsmethoden zum Einsatz kommen.

Sparsam gerechnet sind somit für einen psychotherapeutisch arbeitenden Heilpraktiker insgesamt 36m² bis 40m² erforderlich. Die gleiche Größe sollte auch ein Psychologischer Berater / Coach einplanen.

Ein Therapieraum, in dem auch Rollenspiele oder ähnliche Aktivitäten durchgeführt werden sollen, benötigt mindestens 20m² bis 25m² Fläche. Und ein Gruppenraum für bis zu ca. 15 Teilnehmern sollte nicht unter 40m² groß sein.
Als Beispiel hier die Durchführung einer Gruppe zum Thema „Praxis der Achtsamkeit” oder „Autogenes Training”: Je Teilnehmer wird eine Fläche benötigt, die dem eines Bett plus Abstandszone entspricht, also mindestens 3m² bis 3,5m² (für eine Iso-Matte plus Abstand zum Nachbarn) = 45m² bei 15 Teilnehmern. Dazu kommt ein Durchgangsbereich von 1 Meter Breite zwischen z.B. zwei Reihen Iso-Matten zu je 7 Teilnehmern, wodurch weitere 5m² bis 10m² empfehlenswert werden.
Je nachdem, welche Angebote stattfinden sollen, benötigt der Gruppenleiter freien Aktionsraum, eine Flipchart, ein Tischchen, einen Stuhl, einige Hilfsmittel, einen Schrank für Hilfsmittel usw., wodurch weitere 6m² bis 10m² anfallen incl. Tür- / Eingangszone des Raums. Der Gruppenraum sollte also, sofern kein Abstellraum dazu gehört, über 50m², besser 60m² groß sein!
Eine Praxis mit Einzeltherapieraum plus Gruppenraum wird also nicht unter 100m² Gesamtfläche realiserbar sein. Bei ca. 130m² wird diese Praxis auch einen großzügig offenen und einladenden Eindruck bieten.

…dann teilen wir halt den Aufwand durch eine Praxisgemeinschaft!

Wäre doch toll, wenn man Bürozone, Empfang, Garderobe, Windfang und Schmutzfangzone, die WC-Anlage und Flure und eine kleine Teeküche gemeinsam nutzen könnte! Da entsteht doch gewiss ein gutes Einspar-Potenzial. Und es können sich im Marketing Synergie-Effekte ergeben.

Ja aber…! — Um Probleme mit den Hygienevorschriften zu vermeiden, müssen für den Praxispartner die gleichen strengen Hygienevorschriften gelten, wie für die Heilpraxis auch. Dies gilt auch dann, wenn der Partner ohne diese Praxisgemeinschaft in eigenen Geschäftsräumen solchen Vorschriften nicht unterliegen würde.
Konkret: Vernachlässigt der Praxispartner in den gemeinschaftlich genutzten Bereichen die Hygieneregeln, kann die Kontamination in die Praxisräume des anderen verschleppt werden.

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